Geschichtliches

Der Friedhof

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts musste die jüdische Gemeinde Ermreuths ihre Toten irgendwo anderes, möglicherweise auf dem jüdischen Friedhof in Pretzfeld, beerdigen. Erst 1711 konnte ein unfruchtbarer Hang auf dem Heinbühl außerhalb Ermreuth von der örtlichen Herrschaft als Lehen zum Anlegen eines Friedhofs erwerben werden. 1797 musste die Gemeinde aufgrund der enorm gestiegenen Mitgliederzahl den Friedhof vergrößern. 1862 erwies sich eine zweite Erweiterung als notwendig. Seine malerische Lage zieht heute die Besucher von überall her an.

Ursprünglich auf allen drei Seiten von einer Steinmauer aus Sandsteinquadern umfasst, wird der in Form eines Dreiecks angelegte Friedhof heute stattdessen auf zwei Seiten von einem Drahtzaun umgeben.

Von ursprünglich vermutlich mehr als 600 Gräbern sind heute noch nur 223 erkennbar, der älteste unter ihnen weist das Jahr 1717/18 aus. Die letzten Zwei Beerdigungen fanden 1936 und 1937 statt, für die keine Grabsteine mehr aufgestellt werden durften.

1936, oder auch später, wurde der Friedhof geschändet und ein Teil seiner Mauer für Straßenbau und Hofpflaster abgetragen. Mehrere Grabsteine wurden umgeworfen und zum Teil entfernt. Nach dem Krieg veranlasste man, die herumliegenden Steine wieder aufzustellen, weshalb heute einige nicht mehr auf dem ursprünglichen Platz stehen. Der „Judenweg“, der sich durch mehrere Grundstücke schlängelte, ist heute im großen und Ganzen nicht mehr zu erkennen.

Der Friedhof ist heute im Besitz des Landesverbandes der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Betreut wird er von der Marktverwaltung Neunkirchen am Brand.

Jüdischer Friedhof Ermreuth
Jüdischer Friedhof Ermreuth
Jüdischer Friedhof Ermreuth