SYNΛGOGE ERMREUTH Ausstellung  und  Veranstaltungsort
Synagoge Ermreuth, Wagnergasse 8, 91077 Ermreuth
© Alexander Nadler 2021
Synagoge Ermreuth
Die erste, 1738 erbaute Synagoge von Ermreuth war klein und diente der Gemeinde über 80 Jahre lang als Gotteshaus. 1822 entstand am gleichen Platz eine neue, prächtigere, zweistöckige Synagoge aus Sandsteinquadern mit Walmdach auf einem Grundriss von 149 m². Sie kostete mehr als 10.000 Gulden. Trotz Schändung und Zerstörung am 9. November 1938 hat die Synagoge das Dritte Reich und den 2. Weltkrieg überdauert und ging am 21. April 1954 in den Besitz der Raiffeisengenossenschaft eGmuH in Ermreuth über.
Die neuen Besitzer verwandelten das Haus in eine Lagerhalle für landwirtschaftliche Güter und verursachten dadurch massive architektonische Veränderungen im Innen- und Außenbereich: ein großes Scheunentor ersetzte fortan die Eingangstür, eine durchgezogene Holzdecke die dreiseitige Frauenempore, wodurch das Gebäude in zwei Stockwerke geteilt wurde. Zwanzig Jahre später, am 1. März 1974 ging das Gebäude in den Besitz des Marktes Neunkirchen am Brand über, stand aber anschließend weitere 14 Jahre lang leer.
Infolge der Dachsanierung im Jahr 1987/88 machte man einen seltenen Fund auf dem Dachboden der verwaisten Synagoge. Es handelte sich hierbei um die Genisa, eine Vielzahl abgenutzter religiöser Schriften und ritueller Textilien, die dem Glauben nach nicht einfach weggeworfen oder mutwillig vernichtet werden dürfen, sondern zur Selbstverrottung auf dem Dachboden abgelegt wurden. Im Laufe der Zeit kamen auch profane Gegenstände aus dem Privat-, Geschäfts- und Gemeindeleben der einstigen jüdischen Gemeinde Ermreuth hinzu und machten die Genisa von Ermreuth allmählich zu einer der größten und bedeutendsten ‚Genisot‘ in Bayern.
Infolgedessen riefen der Landkreis Forchheim und der Markt Neunkirchen am Brand im Jahr 1989 einen Zweckverband für die Erhaltung und Renovierung der erhaltenen, aber schwer beschädigten Synagoge ins Leben. Am 19. Juni 1994 fanden die Wiedereinweihung und die Eröffnung des Gebäudes als Synagoge sowie als Haus der Begegnung und Kultur mit einer Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte und Kultur in der Region am Beispiel von Ermreuth statt.
Bei der Renovierung der Synagoge bemühte man sich, alle Merkmale der einstigen Synagoge - soweit wie möglich - originalgetreu wiederherzustellen. So wurde durch das Wieder- Einziehen der Innenwand zwischen Eingangsbereich und Hauptraum sowie die Wieder-Anlage der dreiseitigen Empore im Obergeschoss das Haus wieder in einen Männer- und einen Frauenbereich unterteilt. Inmitten des Synagogenraumes nimmt die Bima seither wieder ihre zentrale Stellung ein und der Thora- Schrein mit dem fünfstufigen Aufgang fand seinen Platz in der Ostwand wieder.
Ostseite der Synagoge Ermreuth mit Thoraschrein
Westfassade der Synagoge Ermreuth vor der Restaurierung
Innenraum der Synagoge Ermreuth vor der Restaurierung
Westfassade der Synagoge Ermreuth nach der Restaurierung
Innenraum der Synagoge Ermreuth heute
Die Synagoge Ermreuth im Film.
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